Die Produktion eines Anime: Der Ablauf

Heute befassen wir uns (endlich?) mal mit der Produktion selbst. Es kann vorkommen das bereits erwähnte Methoden erneut erwähnt werden, aber ich denke das macht dem ganzen keinen Abbruch.

Bisherige Übersicht der Reihe „Die Produktion eines Anime“:
Teil 1: Das Produktionskomitee
Teil 2: Ein Blick hinter die Kulissen 1
Teil 3: Ein Blick hinter die Kulissen 2
Teil 4: Der Effekt und das Ziel von Animeproduktionen

AnimeProduktion

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, hiermit ist die Reihe beendet. Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Heh. Als ob ich das so abrupt beenden würde. Ich werde nun das obige Bild versuchen genauer zu erläutern.

Die Planungsphase (Pre-Production, Planning im Bild)

Die Planungsphase selbst ist bei der Animeproduktion die, wovon das Projekt am meisten abhängt. Die Person, welche einen Anime produzieren möchte dient oft als Produzent und Ideengeber, weshalb diese als Dreh und Angelpunkt bei der Produktion geltem.. Ohne die Ideen und das Einfallsreichtum kann kein Anime funktionieren. Aber auch das (Verhandlungs)Geschick ist sehr gefragt – sie müssen

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Atsuhiro Iwakami

mit ihren Konzepten und Ideen die Geldgeber begeistern. Als ein gutes Beispiel könnte man  den Originalanime Puella Magi Madoka Magica nehmen. Der ausführende Produzent von Aniplex, Atsuhiro Iwakami wollte schauen, wie ein Magical Girl Anime in den Händen von Akiyuki Shinbo (Maindirektor vom Animestudio SHAFT) aussieht. Da Iwakami auch ein großer Fan von Gen Urobuchi (Autor des Prequel zum Fate/-Franchise) holte er ihn auch mit Verhandlungsgeschick an’s Bord. Nachdem ein weiteres Mitglied mit der Charakterdesignerin Ume Aoki gefunden wurde, gründete man unter dem Mantel von SHAFT das Magical Quartet.

Was das ganze nun mit der Animeproduktion zu tun hat?
Man unterscheidet zwei Dinge: Adaption oder Original. Bei einem Originalanime ist es vor allem wichtig, die wichtigsten Posten bei einer Animeproduktion bekannt zu besetzen: Direktor, Serienzusammensteller und/oder Charakterdesigner. Ohne diese Vorraussetzung ist es sehr schwierig einen Anime ohne Vorlage zu produzieren.
Deswegen sehen auch Illustrationen von Originalanime oft ganz anders aus als der Anime selbst: Selbst ein bekannter Illustrator kann Geschäftspartner dazu bringen bei einem Anime einzusteigen – auch wenn das Charakterdesign im Anime selbst ganz anders aussieht.

Ein oft genannter Name als Serienzusammensteller z.B ist Mari Okada – selbst wenn sie gar nicht an der Idee mitgewirkt hat und nur einzelne Episoden beigesteuert hat reicht es oft ihren Namen zu lesen und das Geld fließt förmlich aus den Taschen der mitwirkenden Firmen.

Ein weiteres bekanntes Beispiel ist der oben erwähne Urobochi bei Aldnoah.Zero. So hat er nur die ersten drei Episoden der Serie unter seine Fittiche gehabt und stieg danach aus.

Bei einer Adaption (Light Novel, Manga) kommt es nicht drauf an wie beliebt der Titel unter den Fans ist – es wird gerechnet und spekuliert ob der Anime selbst ein Erfolg werden kann.

Jedenfalls – wenn genügend Menschen am Projekt mitmachen, wird das Grundlegende produziert – eine ungefähre Handlung, Charaktere und dessen Eigenschaften und viel Konzeptzeichnungen inkl. Storyverlauf. Mit dieser Grundlage werden dann weitere Firmen gesucht mit der dann versucht wird ein Produktionskomitee zu erstellen. Was die Funktionen eines Komitees sind erläutere ich nicht, sondern verlinke zu dem bereits erstellten Beitrag.

Ist ein Komitee gefunden, geht es nun an das eingemachte: es müssen weitere wichtige Stellen bei der Produktion besetzt werden. Siehe „Ein Blick hinter die Kulissen 1 und 2. Während nach und nach das Animationsteam unter dem Deckmantel des Animestudios gesucht wird, werden weitere wichtige Fragen bei der Produktion über das Produktionskomitee geklärt:
– Wieviel wird adaptiert?
– Was wird adaptiert?
– Für wieviel Episoden soll Geld bereitgestellt werden?
– Was gibt es an limitiertem Merchandise?
– Wann soll die Serie laufen?

Zwar werden solche Entscheidungen ausserhalb der reinen Produktion getroffen, jedoch können diese Entscheidungen maßgeblich dazu beitragen, wie die Mitarbeiter am Anime herangehen. Denn wenn die „höheren Mächte“ entscheiden das eine Serie möglichst nah erscheinen soll und damit der Zeitplan noch enger ist, kann das Team noch so talentiert sein – es wird irgendwann einbrechen.
Auch erkennt man den Einfluss am Material selbst: Wird zuviel Inhalt einer Vorlage in die Serie gepackt kann das dass Pacing/ die Erzählgeschwindigkeit beeinflussen. Genauso geht es anders herum: adaptiert man zu wenig Kapitel, ist die Serie selbst zu träge und langsam.

Nachdem alle Details wie Folgenanzahl geklärt wurde, setzt sich der Direktor mit dem Serienzusammensteller zusammen und gehen gemeinsam über das vorhandene Material über.

Jedenfalls möchte ich an diesem Punkt den Beitrag „abrupt“ beenden und ich lasse einfach Videos sprechen. Das Animestudio TRIGGER hat mir eigentlich maßgeblich die Arbeit abgenommen und zu den Little Witch Academia-BR Dokumentationen produziert, welche mit englischen Untertitel versehen sind UND sehr gut die Produktion eines Anime erläutern. Alles in allem sind die Videos sehr gut produziert und ein sehr guter Abendfüller.

Da ich noch nicht Videos einbetten kann:

Making of Little Witch Academia OVA (eng sub)
Making of Little Witch Academia: The Enchanted Parade (eng sub)

Irgendwie ist das mein schwächster Beitrag in der Reihe, aber ich weiß nicht wieso.. xD
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2 Gedanken zu “Die Produktion eines Anime: Der Ablauf

  1. Annand schreibt:

    Du hast definitiv Recht, dass das dein schwächster Teil der Reihe war, aber nicht wirklich wegen dem Inhalt über den du geredet hast, sondern eher weil er etwas schwächer geschrieben war als die Anderen. Aber ansonsten, komplett in Ordnung.

    Die Making-Ofs zu Little Witch Academia habe ich jetzt schon seit so langer Zeit in meinen Empfehlung auf YouTube, dass es echt ein Wunder ist, dass ich die noch nicht angeschaut habe. Aber jetzt wo du die hier erwähnst, werde ich mir die wohl mal endlich anschauen. Making-Ofs sind wohl auch der Hauptgrund warum ich mir gerne die BluRays hole, weil man da manchmal fantastische drauf hat. Vor allem die auf den Ghibli Filmen sind sehr informativ.

    Gefällt 1 Person

    • lachsrolle schreibt:

      Ich weiß das dass Thema echt viel bietet, aber irgendwie war bei mir ein „Stop“ bei dem Moment das beste was es gibt. Denke mal das ich jetzt erst mal andere Baustellen ansprechen werde – KSM hat mich da auf was gebracht.

      Das einzige was mir bei Ghibli gefallen würde wäre die große „End“doku mit Myazaki – ansonsten eher meh. Aber gerade die LWA-Dokus sind echt super gemacht. Unbedingt anschauen!

      Gefällt 1 Person

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