Kurzgedanke: Das Jahr 2018 – ein Jahr der Fortsetzungen?

In den letzten Monaten war es für jeden Animefans eigentlich wahrlich ein Segen wenn man sich für neue Staffeln seiner Lieblingsserie interessiert hat – praktisch jede zweite Woche (überspitzt gesagt) kam eine Meldung zu einer Serie, das sie eine Folgestaffel, Film oder dergleichen erhält. Während das für viele Fans ein Segen ist, sehe ich dieses Verhalten eher kritisch – ich meine, was kommt den bisher alles?

– Attack on Titan S3
– Index III
– One Punch Man S2
– Tokyo Ghoul S3
– Overlord S2
– Drifters S2
– Sword Art Online S3
– Code Geass S3
– Grappler Baki S2
– Legend of Galactic Heroes Reboot
– Fullmetal Panic! S4
– Seven Deadly Sins S2
– Boku no Hero Academia S3
– Yowamushi Pedal S4
– Highschol DxD S4
– Non Non Biyouri S3

Für den Animefan mag das mit Sicherheit ein Segen sein, so kommt doch seine Lieblingsserie mit einer Fortsetzung daher. Für mich jedoch bedeutet das, dass die Produktionskomiteen, Publisher, etc auf den (eventuell vorhandenen) Erfolg der Vorgängerstaffeln ausruhen. Es ist wie ich finde mit der Videospielindustrie sehr gut vergleichbar: Anstatt das sich EA, Ubisoft, Activision & co an neuen IPs heranwagen und somit eventuell neue Kunden bekommen, wird auf bisher erfolgreiche Serien zurückgegriffen und diese bis in das unendliche gemolken.

Natürlich ist es bei Anime auch so, das diese immernoch dazu dienen um die (aktuell noch laufende) Vorlage zu unterstützen –  dieser Gedanke mag zwar interessant sein, jedoch gibt es auch hier die (berechtigte) Angst vor dem finanziellen Flop einer neuen Marke.

Klar, man jetzt auch argumentieren das pro Season bis an die 60 Anime erscheinen und es dennoch mehr als genügend „neue“ Anime erscheinen – aber das reicht nicht aus.

Der Shounen-Jump hat nach dem Wegfall von Bleach, Naruto und vielen anderen Serien versucht, diesen Erfolg neu zu entfachen. Zwar ist Boku no Hero Academia und Black Clover sehr gut auf dem Weg, ein Erbe dieser Serien zu werden – dennoch gibt es im Jump aktuell keinen großen Dauerbrenner mehr…ausser One Piece natürlich. Wieviel Serien nicht den Erwartungen des Jump entsprochen hat und nicht mehr weitergeführt werden – ich will diese (dunkle) Zahl ehrlich gesagt gar nicht wissen. Der Shounen Jump ist trotz des großen Erfolges (auch dank der Digitalisierung) im Zugzwang und muss mit Dauerbrennerserien liefern.

Die Industrie ist immer mehr im Wandel. Es wird immer mehr auf Quantität anstelle von gehobener Qualität gesetzt. Ob man dies nun positiv oder negativ sehen kann – das wird nur die Zukunft sehen. Ich werde jedenfalls auch in die Fortsetzungen reinschauen – der bittere Geschmack bleibt dennoch durchgehend vorhanden.

Das ist jetzt ein Gedanke der mir schon seit längerer Zeit im Kopf herumschwebt. Natürlich kann es mir jetzt auch nur so vorkommen da es sich eigentlich nur um fast sehr erfolgreiche Titel handelt – vielleicht war das Jahr 2017 genauso, nur habe ich es nicht so wahrgenommen.

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6 Gedanken zu “Kurzgedanke: Das Jahr 2018 – ein Jahr der Fortsetzungen?

  1. DerStigler schreibt:

    Sehr interessanter Gedanke der sich schon seit längerer Zeit durch diverse Industrien zieht. Animes verfolge ich zwar nicht wirklich, so bin ich beinah schockiert das Drifters eine Umsetzung als Anime erhalten hat, aber die Videospielindustrie trifft es sehr hart. CoD, Fifa, Battlefield, (mein geliebtes) Final Fantasy, Pokemon und viele große Reihe werden immer weiter ausgeschlachtet bis die Substanz wegbricht.
    Was die neuen IP‘s angeht muss ich dir leider recht geben. Dabei bräuchte man garnichts neu erfinden. Es gibt so viele grandiose IP‘s (Freedom Fighters, Golden Sun, Ice Climbers) die gern zurückkehren dürfen. Egal ob als Fortsetzung, Reboot oder Remake.

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    • lachsrolle schreibt:

      Das Problem mit den (vorhandenen) IPs ist zwar, das diese schon existieren – man jedoch erkannt hatte das sich diese eher schlecht verkaufen. Zwar besitzt so gut wie jede Reihe eine Fanbase, diese ist den großen Publishern bzw. dessen Aktionären nicht genug. Es muss sich x-Mal verkaufen. Es muss eine Metacritic-Wertung von 86 haben oder es gilt als Flop usw.

      Wie bei der Animeindustrie kann man aber auch hier die Spieler bzw. Zuschauergemeinschaft als Schuldigen sehen. Sie lässt es mit sich ja machen – siehe Battlefront II.

      Gefällt 1 Person

      • DerStigler schreibt:

        Leider ist das wahr. Videospiele sind ein hartes Geschäft und Geld steht über allem anderen.
        Dieser Wahn mit dem Metascore ist mir komplett unverständlich. Das ist eine Zahl die nichts aussagt, zumindest für mich aber für fast jeden anderen schon.

        Stimmt. Die Publisher servieren uns Kacke und wir essen sie auch noch mit freude..

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  2. Annand schreibt:

    Ich denke ja nicht wirklich, dass 2018 das Jahr der Fortsetzung ist, da eigentlich immer Fortsetzung – und nicht wenige – kommen. Alleine die Season sprechen wir von 7+ Sequels. Ob Sequels jetzt gut oder schlecht sind, muss man selbst entschieden, aber Forsetzungen wie 3-gatsu no Lion 2 finde ich super. Was mich jedoch stört ist, dass 2018 anscheinend das Jahr der unnötigen Reboots wird. Ganz ehrlich, Code Geass hätte lieber im Grab bleiben sollen, anstatt sich nochmal zu erheben. Es ist fast so, als hätte die Anime Industrie gemerkt, was Hollywood mit seinen unnötigen Reboots angestellt hat und sich gedacht, wir können das auch. Ich hoffe man merkt, dass ich kein Fan von Reboots bin.

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  3. P.H.Ignaz schreibt:

    Schon erstaunlich wie viele Fortsetzungen es zu diversen Animes gibt. Ich kann mich nicht dran erinnern, dass es früher auch Animeserien gab, die eine dritte, wenn nicht gar vierte Staffel bekommen hatten. Oder sind das hier auch eher die absoluten Ausnahmefälle wirklich erfolgreicher Animeserien?

    Mir persönlich bringt das nicht so viel, da ich immer das Pech habe, dass die Animeserien, die ich selber gerne sehe, wie z.B. „Haruhi Suzumiya“ oder „Panty & Stocking with Garterbelt“ keine weitere Staffel mehr bekommen, wobei Haruhi zumindest noch eine 2. Staffel und einen epischen Kinofilm bekommen hatte.

    Ansonsten wird es immer Fortsetzungen geben und die Animeindustrie ist breit gefächert genug, dass auch immer wieder neue Animes rauskommen, die aber qualitativ nicht immer so dolle sind. Daran wird sich wohl auch erst mal nichts ändern. Größtenteils viel Schund bzw. eher mittelprächtige Animes, „Werbeanimes“, die einem ausländischem Zuschauer nichts bringen, wenn die Light-Novel oder der Manga außerhalb Japans nicht (zumindest auf englisch) zu bekommen ist und diverse Webanimes mit einer Länge von 5-7 Minuten pro Episode.
    Darunter gibt es dann die ein oder andere Perle, die vielleicht unter den Fans so richtig zünden könnte und Kultstatus bekommen könnte.

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