Serienempfehlung: Houseki no Kuni und die Kunst des CGI

Ich gehöre ja normalerweise zu der Sorte Animefan, welche ungern jede Woche eine Folge einer bestimmten Serie schaut – ich „bingwatche“ eine Serie lieber, da ich mich dann komplett auf die Serie konzentrieren kann. Auch halte ich mich oft bei Episodendiskussionen zurück – ich schaue zwar in die erste Folge hinein, aber das war es auch. Bei Houseki no Kuni jedoch musste ich irgendwie eine Ausnahme machen. Und diese Ausnahme hat es in sich, denn hinter dem unscheinbaren englischen Titel „Land of the Lustrous“ verbirgt sich für mich nicht nur der beste Anime der Season, er ist auch ein Anwärter für den besten Anime des Jahres 2017. Weshalb, versuche ich nun irgendwie zu erläutern.

Um was geht es eigentlich bei Houseki no Kuni?

In einer fernen Zukunft werden die sogenannten „Juwelen“ geboren, eine neue, dem Menschen nicht unähnliche Lebensform. Jedem der insgesamt 28 Juwelen ist eine bestimmte Rolle zuteil, wie ein Kämpfer oder Heiler. Gemeinsam müssen sie sich gegen „Lunarier“ zur Wehr setzen, die sie angreifen und zu Schmuck verarbeiten wollen. Auch Phos würde den Lunariern ohne Zögern entgegentreten – nur hat sie als einzige keine Bestimmung….

Die Serie ist dem Seinen sowie Action, Fantasy zugeordnet sowie eine Mangaadaption aus den Händen von Haruko Ichikawa. Die Serie wird unter orange produziert, welche auch für Black Bullet (sic!), Dimension W und Saijaku Muhai no Bahamut zuständig waren. Nun hier einige Gründe, weshalb die Serie für mich ein der besten der Season darstellt:

  • Die Welt
    Wie auch in Shinsekai Yori ist die Welt ein komplettes Mysterium zu den Charakteren – wie kommt es das die Lunarianer bzw. Mondmenschen die Gems angreifen wollen? Was ist die Aufgabe der Gems? Weshalb existieren sie? Das sogenannte Foreshadowing klappt hier wunderbar – jede einzelne Indiz einer Information dient zur Identifikation dieser Welt.
  • Die Charaktere
    Neben dem äußerst sympathischen Phos bzw. Phosphophyllite gibt es eine weitere Fülle an Charakteren, welche allen – uns bekannten – Mineralien nachgebildet sind. In der Form ist jeder Charakter einem bestimmten Typ zugeordnet, wodurch sehr viele dynamische Dialoge entstehen, welche keineswegs aufgesetzt wirken
  • Der Humor
    Houseki no Kuni zeichnet sich bisher mit einem für mich exzellenten Humor aus. Dieser ist weder aufgesetzt, steif oder gar „zwingend“ komisch. Oft ist dieser mit Slapstick verbunden, aber auch dialoglastigen Humor findet man hier sehr stark – die Highlights sind aber die Grimassen, welcher Phos verwendet.houseki-no-kuni-400016
  • Die Action und die generelle Optik
    CGI ist in der westlichen Animewelt immernoch ein sehr behässiges Thema – oft werden die steifen Animationen, die Mimik und diese Mixtur aus 2D/3D bemängelt. Und mit Houseki no Kuni kann man wirklich jeden Kritiker verstummen lassen. Die Serie sieht einfach nur klasse aus und alles wirkt prädestiniert um als 3D-Anime produziert zu werden. Sei es die Kampfanimationen, der grandiose Soundtrack inklusive wunderschönem Opening. Würde jede CGI-basierte Serie so durchdacht sein, hätten wir mit Sicherheit nicht solche Diskussionen. Das diese Haare einfach nur fantastisch sind, muss ich hier an keiner Stelle erwähnen – hoffe ich.Wer mag, kann hier bewegte Szenen der Serie sehen inklusive dem Lied welches im Opening verwendet wird. Es lohnt sich.

Um ehrlich zu sein kann ich irgendwie nicht mit Worten beschreiben, was diese Serie für mich so besonders macht. Es kam eine Sogwirkung in der ersten Episode auf, welche erschreckend war und ich bei einem Seasonanime noch nie hatte. Ich sauge förmlich jede Episode auf, rede mit meiner Freundin über jede kleinste Andeutung. Den Manga, welchen es lediglich nur im englischen Amazon zu kaufen gibt habe ich ebenfalls bestellt. Es kann sein das noch ein Fazit am Ende der 12. Folge kommt, aber nicht. Hiermit noch meine ausdrückliche Empfehlung: Lasst euch nicht vom CGI abschrecken, ansonsten verpasst ihr einen absoluten Diamanten (heh) dieser Season.

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3 Gedanken zu “Serienempfehlung: Houseki no Kuni und die Kunst des CGI

  1. Annand schreibt:

    Da ich den Anime sowieso schon am Schauen bin, muss ich sagen, dass mir der Beitrag hier nicht besonders viel gegeben hat, da es halt wirklich eine relativ oberflächliche Beschreibung ist. Aber ich muss mich deiner Empfehlung auf jeden Fall anschliessen. Houseki no Kuni ist ein ziemlich einzigartiger Anime und die grossartige Produktion sollte bewundert werden. Da kann ich auch nur die fantastischen Artikel auf sakugabooru blog (bzw. Sakuga Blog) empfehlen, die genau den Aspekt in grossartiger Tiefe auseinandernehmen. Sicher etwas für alle die an Animationen interessiert sind.

    Gefällt 1 Person

    • lachsrolle schreibt:

      Ich war bei diesem Beitrag im Zwiespalt: Soll ich genaueres erläutern, oder es nur schmackhaft machen? Ich denke ich bin mit letzterem den besseren Weg gegangen, schließlich ist das mysteriöse das, was u.a. Houseki no Kuni sehr stark macht.

      Gefällt 1 Person

  2. P.H.Ignaz schreibt:

    Die Serie sieht ja mal richtig interessant aus. Bis jetzt war CGI in Animes für mich immer ein rotes Tuch gewesen, da ich bisher immer den Eindruck hatte, dass die Japaner entweder nie so Recht etwas damit anfangen konnten, es (meist niedrigem Budget geschuldet) billig aussah oder die Implementierung in Animes sehr „zweigeteilt“ und unfließend aussah, wie man das aus den 80ern und 90ern kannte, wo Hollywood noch mit CGI experimentierte.

    Doch bei Houseki no Kuni sieht das alles wie aus einem Guss aus. 2D und 3D CGI bilden eine Symbiose und Einheit wie ich sie in einem Anime noch nie zuvor gesehen habe. Allein dafür hat diese Animeserie eine Auszeichnung verdient. Das ist hohe Kunst und da bin ich auch echt Sprachlos. Ich glaub ich weiß jetzt welchen Anime ich mir als nächstes anschauen werde. 🙂

    Vielen Dank für diese Empfehlung. Das hat meinen Animehorizont sehr erweitert.

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